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Die Geschichte der Augustinerchorherren in Rohr

Der Edle Adalbert von Rohr aus der Familie der Abensberger Babonen schenkte 1133 nach kinderloser Ehe sein Besitztum an den Regensburger Bischof, damit in Rohr ein Kloster für Augustinerchorherren gegründet würde. Damals entstand eine romanische Basilika mit einem massigen freistehenden Turm, der bis heute die Silhouette der Marktgemeinde Rohr prägt. Durch fromme und gelehrte Pröpste wie Petrus Fries (1438-1455) und Johannes Peininger (1455-1493) erlebte Rohr in der Folgezeit eine lange Blütezeit.

Die romanische Kirche wurde seit 1438 restauriert und im Sinne der Gotik umgebaut. Nach einem bedrohlichen Niedergang des Stiftes in der Reformationszeit erlebte Rohr unter dem Propst Johannes Holnstainer (1589-1630) eine fruchtbare Periode nachtridentinischer katholischer Erneuerung.

Die Stiftskirche erhielt 1618/20 eine barocke Ausstattung und Stuckierung. Das ursprüngliche Klostergeviert wurde im Südwesten um eine zweite, größere Quadratur erweitert. Doch der Dreißigjährige Krieg hinterließ eine Klosterruine, eine schadhafte Kirche und einen zusammengeschmolzenen Konvent. Nach 1661 konnten mit kurfürstlicher Hilfe die Klostergebäude wiederhergestellt werden.

Erst das 18. Jhd. brachte für Rohr die barocke Bauzeit. Unter Propst Patritius II. von Heydon aus Straubing (1682-1730) entstand 1717-1723 durch den damals erst fünfundzwanzigjährigen Egid Quirin Asam die heutige Kirche, die mit ihrer Darstellung der Himmelfahrt Mariens zu den bedeutendsten Barockkirchen Deutschlands zählt. Der eifrigen Tätigkeit der Chorherren in Liturgie, Wissenschaft, Kunst und Seelsorge auf den Stiftspfarreien und an deren Filialkirchen setzte 1803 die Säkularisation ein jähes Ende.

Letzte Änderung amDienstag, 30 Juni 2015 19:13
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